„Holpriger Start in die zweite Saisonhälfte!“
Sportdirektor Sepp Pfeil kam mit dem Mitschreiben auf seinem kleinen Notizzettel kaum hinterher, so eiskalt wurden die Freizeitwölfe, von den in blau spielenden, Steinkirchnern überrascht. Es waren keine acht Minuten gespielt und es stand bereits 4:0 für die Heimelf. Jedes Tor fiel nach dem gleichen Muster. Ein weiter Pass ihres Mittelfeldstrategen über den rechten Flügel auf ihren schnellen Stürmer: Bumm! Bumm! Bumm! Bumm! Überall ratlose und fassungslose Gesichter auf Seiten der, wie gewohnt in silber und anthrazit, auflaufenden Freitzeitwölfe. Doch von Auflaufen konnte man anfangs nicht sprechen, eher von bravem Begleiten und sicherem Geleitschutz.
Schnell war klar, die Gäste müssen sich was einfallen lassen. Und das taten sie. Ihr genialer Mittelfeldstar wurde fortan abwechselnd von Oli Greve und Terrier Jose Reichlmair manngedeckt, und bis auf wenige Ausnahmen komplett aus dem Spiel genommen. Im Verlaufe des Spiels reagierte er immer frustierter und lustloser und haderte mit allem, nur nicht mit sich selbst. Das gleiche passierte mit ihrem schnellen Stürmer, den Mark Stöber nicht mehr aus den Augen ließ. Sofort veränderte sich das Spielgeschehen. Und als Peter Glas nach Zuspiel von Markus Hörmann der Anschlusstreffer gelang, schmeckte das allen Gästen, wie die erste frische Maß Bier auf dem Oktoberfest.
„Wir lassen uns dieses Spiel nicht so einfach wegnehmen!“, waren sich Sepp Pfeil und Christian Fintina, dessen taktische Umstellung nach zehn Minuten sofort Wirkung zeigte, einig.
Zunehmend wurden die Steinkirchner in die eigene Hälfte gedrängt, und nach klugem Zuspiel von Bernd Scharfenberg war es erneut Peter Glas, der traf. Nur noch 2:4. Noch vor der Halbzeit boten sich den Gästen weitere klare Torchancen, aber entweder gingen die Bälle knapp am Tor vorbei, der Ball wurde nicht richtig getroffen,oder der ausgezeichnete Torhüter der Steinkirchner war zur Stelle.
Bei einem der seltenen Steinkirchner Konter gab es dann nach einem Foulspiel und längeren Diskussionen darüber, schließlich Strafstoß für Steinkirchen. Woife Sterflinger im Tor wurde zwar verladen, aber der scharf geschossene Ball sprang von der Unterkante der Latte auf, oder knapp hinter die Linie, ehe Martin Maier den Ball endgültig klären konnte. Wahrscheinlich war der Ball nicht in vollem Umfang hinter der Linie, jedenfalls gab es keinerlei Proteste der Heimelf. Dies war das erste Mal, dass den Freizeitwölfen das Glück zur Seite stand. Kurz vor der Pause hatten sie erneut Dusel, als der Schuss eines Steinkirchners ein wenig zu gut platziert war, und vom Pfosten zurückprallte, ehe die Defensive der Freizeitwölfe den Ball endgültig wegschlagen konnte. Nach den klaren Chancen zu Beginn und gegen Ende der ersten Halbzeit auf Seiten der Gastgeber, und zwischen der zehnten und 35. Minute auf der anderen Seite, hätte es zur Halbzeit gut und gerne 6:6 oder 7:7 stehen können.
Die ersten Minuten nach der Pause gehörten wieder den Steinkirchnern. Zunächst hatten die Gäste erneut Glück, als ein Schuss der Steinkirchner nur den Pfosten traf. Doch zwei Minuten später verwandelte ihr, mittlerweile weitgehend aus dem Spiel genommener Lenker und Denker im Mittelfeld (Nummer 8), einen direkten Freistoß aus 20 m ins lange obere Eck, zum 5:2. Doch jetzt erst recht dachten sich Hörmann Markus, Riedmair Hans, Peter Glas und Co und erhöhten noch einmal den Druck. Phasenweise schwammen jetzt die Steinkirchner ganz gehörig, doch erst ein an ihm selbst verschuldeter Strafstoß, sorgte durch Markus Hörmann zum erneuten Anschlusstreffer. Nur drei Minuten später gelang Peter Glas mit einem gekonnten Schlenzer ins lange Eck das 4:5. Vorausgegangen war ein geniales Zuspiel von Markus Hörmann. Zischen der 60zigsten und fünfundsiebzigsten Minute hatten die Steinkirchner mehrfach großes Glück. Der Ausgleich war jetzt nur noch eine Frage der Zeit. Dem Mann des Spiels - Peter Glas -, war es schließlich vorbehalten, drei Minuten vor Schluss den hoch verdienten Ausgleich zum 5:5 zu erzielen. Eingeleitet hatte dieses Tor Hans Riedmair mit einem feinen Steilpass in den Lauf von Peter Glas. Peter Glas hatte kurz vor Schluss sogar noch zwei Riesenmöglichkeiten das Spiel sogar noch komplett zu drehen, aber letztlich blieb es bei diesem, alles in allem, gerechten Ergebnis. Wieder einmal prästentierten sich die Freizeitwölfe als eine homogene Einheit, und jeder trug seinen Teil zu dieser historischen Aufholjagd bei.
Statistik:
1:0 ( 4.); 2:0 ( 6.); 3:0 ( 7.); 4:0 ( 8.)
4:1 (13.) Peter Glas, nach Vorarbeit Markus Hörmann
4:2 (26.) Peter Glas, nach Zuspiel von Bernd Scharfenberg
(30.) Steinkirchen vergibt FE
5:2 (57.)
5:3 (66.) Markus Hörmann FE, nach Foul an ihm selbst
5:4 (69.) Peter Glas, nach schönem Pass von Markus Hörmann
5:5 (77.) Peter Glas, nach genauem Steilpass von Hans Riedmair
Jetzt rächte sich Woife`s Entscheidung sein eigentlich zugesagtes Tragl doch nicht mitzubringen. In der Euphorie Historisches geleistet zu haben (zum ersten Mal in der Geschichte der Freizeitwölfe wurde ein 0:4 Rückstand noch aufgeholt) war das erste Tragl so schnell leer, dass es noch in der Kabine zu verbalen (natürlich nicht ernst gemeinten) Scharmützeln mit dem Woife kam. Sebastian Kreitmair, der wohl schon länger insgeheim den Woife im Tor verdrängen will, forderte nach diesem Skandal dessen sofortigen Rücktritt. Er erneuerte seine Forderung mit der schon öfter vorgetragenen Kritik: "Er kommt nie ins Training, wird aber trotzdem jedes Mal aufgestellt!?" Der Woife wiederum schimpfte: „Alle reden nur von meinem daheim gelassenen Tragl, aber keine Sau interessiert sich dafür, dass ich gleich fünf Tore bekommen habe, und wie es mir dabei geht!?"
In ihrer Verzweiflung kehrten sie schließlich auf der Heimfahrt in der Tankstelle in Pasenbach ein, wo der Woife zur Beruhigung aller das zweite Tragl spendierte.
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